Scham verstehen und überwinden
Scham ist komplex und bedeutend mehr als ein Gefühl. Scham wird versteckt. Niemand spricht gerne darüber, auch nicht in der Therapie. Man spricht leichter über Gefühle wie Wut, Angst oder Traurigkeit. Trotzdem nimmt die Scham einen äusserst wichtigen Platz sowohl im Individuum als auch in der Gesellschaft ein.

Der Betroffene errötet, blickt zu Boden, isoliert sich schlussendlich und denkt, dass er als menschliches Wesen ein totaler Versager sei.

Daneben kann Scham aber auch konstruktiv sein. Nämlich dann, wenn sie uns davon abhält, Dummheiten anzustellen. In letzterem Sinne übt sie also eine Schutzfunktion aus und stärkt somit unser Selbstvertrauen und unsere Identität. Die extreme, unerträgliche Scham dagegen weist auf alte Wunden in unserem Leben hin.

Kann man diese Erfahrungen ins Positive umwandeln? Ja, es ist möglich alte Wunden zu heilen indem man:
  • sich der beiden Aspekte der Scham bewusst wird und sie zu differenzieren lernt
  • erkennt, wie man sich gegen die extreme Scham wehrt
  • akzeptiert, dass konstruktive Scham zum Leben gehört
  • die unerträgliche Scham durch Wertgefühle ersetzt, die geistiger Natur sein können.


Das systematische Aufarbeiten der Scham wird mittels Hausaufgaben wie Lektüren und praktischen Übungen bereichert. Zum Beispiel ...